Mundart: "Vööl Plaisier bei Krut on Rüben"

Die Nachfrage gibt den Machern recht. In Windeseile waren die Karten zum Mundart-Nachmittag, den die beiden Heimat- und Verkehrsvereine (HVV) Neukirchen und Vluyn veranstalteten, ausverkauft. Seit Jahren bietet das Neukirchener Gemeindezentrum den Laienspielern die Bühne. Bei der jüngsten Ausgabe hieß es wieder "vööl Plaisier". Grafschafter Platt verbindet, wie von den beiden Vereinsvorsitzenden, Hans-Peter Burs und Hans Delihsen, zu hören ist. "So ist es uns mit unseren Darstellern möglich, den Zuschauern ein rundes Programm anzubieten", sagt Hans-Peter Burs. Der Nachwuchs an Plattspreekers fehle jedoch. Aufgrund der großen Nachfrage und dem Kartenkontingent von 199, das die Gaststättenverordnung vorschreibt, "ist an eine zweite Ausgabe gedacht", meint Hans Delihsen.

Mundart will gelebt und gesprochen werden, wie das Publikum im Neukirchener Gemeindezentrum eindrucksvoll bestätigte. Seit dem Sommer probten die beiden vereinseigenen Mundartgruppen die verschiedenen Sketche, Vertellstöcksen und Gedechten im ehemaligen Hühnerstall, dem Probentreff, im Winkelshof der Familie Mühlenhoff. Die Auswahl an Stücken ist bewährt, ein unterhaltsamer Nachmittag "op platt" das Ergebnis aller Überlegungen und Vorbereitungen. Vor allem, so ist aus den Kreis der Akteure zu hören, kommen überwiegend Stücke auf die Neukirchener Bühne, die noch nicht aufgeführt wurden. Seit 1978 spielen beispielsweise die Neukirchener Theaterstücke oder beteiligten sich an Großveranstaltungen zur Mundart im Kreis Wesel.

Die Plattspreekers schöpften auch am Sonntag wieder aus dem Vollen. Knapp 20 Programmpunkte sorgten für Unterhaltung, für manchen Beitrag erhielten die Akteure auf der Bühne den augenblicklichen Ritterschlag: Szenenapplaus. Über die kleinen und großen Missverständnisse im Leben handeln die einzelnen Vertellstöckskes, Gedeechten und Sketche. Wie immer machte Anneliese Kutsch mit "Den Härws treck foot" den Anfang und nahm somit den anderen ein bisschen vom Lampenfieber ab.

Zuvor begrüßte Thomas Stralka als stellvertretender Vorsitzender des Neukirchener HVV die Gäste zu "Krut on Rüben", also von allem etwas. Stralka versprach einen vergnüglichen Querschnitt aus dem alltäglichen 'Läwen am Niederrhein'. Heinz Marten führte durch das Programm. Dabei ging es um "Kernmelkspapp met Prummen", den Tod von "os Stina", den Besuch beim Doktor, dä Schlawiner oder dän Zeugen. Paul Rauhut war erneut "der Mann am Klavier", der am Abend das Schlusslied anstimmte.

 

 

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