HVVHVVHVVHVV

Geschichte

Vereinsgeschichte 1932 bis 1982
Am 22. Februar 1932 kam es zur Gründung des Verkehrs- und Heimatvereins Vluyn, dessen Vorsitz damals der Kaufmann Gerhard Bruckhaus übernahm. Die Vluyner Männer fanden sich zusammen mit dem Willen, das heimatliche Erbe zu pflegen, für die schöne Heimat zu werben und für die Verkehrsinteressen der Vluyner Bevölkerung einzutreten. Der neugegründete Verein hatte bald 25 Mitglieder und hielt am 22.6.1932 seine erste Generalversammlung ab.

Schon bald wird über eine ersprießliche und heimatkundliche Tätigkeit und eine erfolgreiche Werbung für das Vluyner und Vluynbuscher Gebiet berichtet. Es kam zum Ausdruck, dass Vluyn wirklich landschaftliche Schönheiten aufzuweisen hatte und deshalb besonders als Erholungsgebiet u. a. für Krefeld und Duisburg dienen könne. Nach Gründung des Amtes Vluyn entstand - auf besondere Anregung des damaligen Amtsbürgermeisters Neumann - aus dem Verkehrs- und Heimatverein Vluyn im Februar 1935 der Verkehrsverein des Amtsbezirks Vluyn mit Postmeister Enger als 1. Vorsitzenden, Hermann Holstein als stellvertretenden Vorsitzenden (Vertreter der Verwaltung) und Heinrich Kleinlützum als Geschäftsführer. Außerdem gehörten dem Vorstand bekannte Bürger aus Neukirchen, Niep, Rayen, Rheurdt, Schaephuysen, Vluyn und Vluynbusch an. Soweit bekannt, wurde nach dem Gesetz vom 7.4.11 1936 (Gründung des Reichsfremdenverkehrsverbandes) unser Gebiet zum "Fremdenverkehrsort" bestimmt und damit die Amtsverwaltung Vluyn zum Träger der Vereinsarbeit gemacht. Während der letzten Kriegsjahre und der turbulenten Nachkriegszeit kam wie überall - die Arbeit dieser Art zum Erliegen.

Aufbauend auf der Grundidee des Verkehrsvereins für den damaligen Amtsbezirk Vluyn - die Bevölkerung um Littard und Vluynbusch zu gemeinsamer heimatkundlicher Arbeit zu verbinden - entstand der Heimat- und Verkehrsverband "Um die Littard und den Vluynbusch".
Vorsitzender war Dr. Asdonk, Rheurdt;
stellvertretender Vorsitzender Dr. Spickschen, Vluyn;
Geschäftsführer Dr. Wetje, Schaephuysen und
Schatzmeister Heinrich Kämmerer, Vluyn.

Der Verband war als Dachorganisation der teilweise noch zu gründenden Ortsvereinigungen Neukirchen, Rayen, Rheurdt, Schaephuysen, Vluyn und Vluynbusch gedacht. Hiervon bestand der Verkehrsverein Rayen, und seit Anfang Januar 1952 die Ortsvereinigung Vluyn, aufgezogen und geleitet von dem Ortsbeauftragten Heinrich Rams. Später kam noch die kleine Ortsvereinigung Vluynbusch unter Hermann Schrooten hinzu. Die übrigen geplanten Ortsvereinigungen in Neukirchen, Schaephuysen und Rheurdt kamen nicht zustande, da die beteiligten Bevölkerungskreise dort nicht genügend Interesse zeigten.Deshalb sah sich der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsverbandes um Littard und Vluynbusch, Dr. Asdonk, im Sommer 1952 zu der Erklärung veranlasst, dass die Gründung des Heimat- und Verkehrsverbandes um Littard und Vluynbusch als gescheitert angesehen werden müsse. Nach verschiedenen Anläufen kam es zu einer konstituierenden Gründungsversammlung und auf der 1. Mitgliederversammlung der Ortsvereinigung Vluyn am 13. Juni 1952 zur Wiedergründung des Heimat- und Verkehrsvereins Vluyn als selbständiger Verein. Hier wurde folgender Vorstand gewählt:
1. Vorsitzender: Dr. Beckmann,
2. Vorsitzender: Gert Schneiders,
1. Schriftführer: Hugo Kaftan,
1. Kassenführer: F. Kreymann,
2. Kassenführer: H. Rams,
Beisitzer: 0. Frede, P. C. Florenz, H. Vutz, H. Kämmerer, P. Hartmann. Am 8. September. 1953 wurde der Verein in das Vereinsregisterdes Amtsgerichtes Moers eingetragen. Nach dem Erlass der Gemeinnützigkeitsverordnung vom 24.12.1953 musste die Vereinssatzung durchgreifend überarbeitet und dieser Verordnung angepasst werden. Hierbei wurde in der Satzung ausdrücklich festgelegt, dass der am 13.6.1952 wiedergegründete Heimat- und Verkehrsverein Vluyn sich als Nachfolger des am 22.2.1932 gegründeten Verkehrs- und Heimatvereins Vluyn betrachte.

Nach der Satzungsänderung Ende 1953 hat das Finanzamt die "Gemeinnützigkeit" des Vereins durch Freistellung von der Körperschafts-, Vermögens- und Gewerbesteuer anerkannt. Unsere Mitglieder können seit dem die Mitglieds- und Förderungsbeiträge von ihren Einkünften absetzen.

Der Verein hat sich satzungsgemäß folgende Aufgaben gestellt:
1. Pflege der Heimatliebe und der Heimatkunde (Vorträge und Wanderungen, Verschönerung des Ortsbildes, Erhaltung der Volksbräuche und -sitten, Pflege und Schutz der Natur-, Bau- und
Kunstdenkmäler),

2. Erschließung der niederrheinischen Heimatgeschichte, mit Materialsammlung zum Aufbau eines Heimatarchivs,

3. Schaffung, Pflege und Erhaltung von Einrichtungen, zur Erholung und Genesung (Erschließung der Heilfaktoren des Bodens und der Luft, Schaffung von Wegen, Ruhebänken und Papierkörben,
Markierung der Wanderwege, Führungen usw.),

4. Wahrung der allgemeinen Verkehrsinteressen, Verkehrsverbesserungen und Erleichterungen für die Allgemeinheit in der Fahrplan- und der Tarifgestaltung der Eisenbahnen und Kraftverkehrsunternehmungen,

5. Förderung des Reise- und Erholungsgedankens.

Seit der Wiedergründung hat unser Verein sich stets bemüht, für die ganze Gemeinde, ohne Rücksicht auf die einzelnen Gemarkungen, tätig zu sein. Unsere Satzung enthält deshalb auch den Passus, dass ordentliche Mitglieder alle in Neukirchen-Vluyn und Umgebung wohnenden natürlichen Personen sowie juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts (Vereinigungen, Firmen und Einzelpersonen) werden können, die die gemeinnützigen Satzungszwecke unterstützen wollen.

Um den Verein lebensfähig zu machen und ihm das nötige Gewicht bei der Durchsetzung seiner Bestrebungen zu verschaffen, schien es dem Vorstand von Anfang an wichtig, möglichst viele Mitglieder zu werben. So gelang es, die Mitgliederzahl von 78 bei der Wiedergründung bis 1982 auf 256 zu erhöhen. Man hoffte damals zuversichtlich, daß weitere interessierte Bürger aus allen Bevölkerungsschichten zu uns stoßen.

Um seine Ziele besser verwirklichen zu können, trat der Verein dem Rheinischen Heimatbund in Neuss dem Verein Linker Niederrhein in Krefeld, dem Landesverkehrsverband Rheinland in Godesberg, der Arbeitsgemeinschaft der Heimatvereine im Kreis Wesel, dem Kulturring Neukirchen-Vluyn, dem Grünen Kreis und anderen Organisationen als Mitglied bei. Die traditionellen Frühjahrs- und Herbstwanderungen führten uns alljährlich durch die schöne niederrheinische Landschaft. Wir lernten dadurch die abwechslungsreichen Wanderstrecken die engere und weitere Umgebung und Heimat wieder besser kennen. Die jeweils gute Beteiligung zeugt für die Beliebtheit dieser Spaziergänge und die noch vorhandene Liebe zur Natur.

Die ebenfalls sehr beliebten Tagesausflüge (Heimatfahrten) führten uns jährlich einmal zu schönen Zielen. Auch sie fanden allgemein großen Anklang. Hierbei wurde auch die Geselligkeit gepflegt!

Dabei lernten sich die Mitglieder näher kennen.

Die gut organisierten und durchgeführten Fahrradtouren wurden an jedem 2. Sonntag des Monats vom Frühjahr bis Herbst unternommen. Es wurde hierbei ebenfalls durch die schöne teils parkähnliche Niederrheinlandschaft bei guter Beteiligung und Stimmung geradelt. Am 1.5.1958 wurde der Kinderspielplatz "Am Kyckersbusch" zwischen Schloß Leyenburg und Schloß Bloemersheim auf dem freundlicherweise von der Familie von der Leyen zur Verfügung gestellten Grundstück der Öffentlichkeit übergeben. Der Spielplatz, der vom Verein erstellt wurde, wird seitdem auch von diesem unterhalten. Er ist 1982 mit großem Kostenaufwand renoviert worden.

Zu unserer Freude konnten wir bis 1982 insgesamt 35 Ruhebänke beschaffen und an landschaftlich geeigneten Punkten unseres Heimatortes und seiner schönen Umgebung aufstellen. Die Unter haltung und Pflege dieser Bänke ist uns ein besonderes Anliegen.

Mehrere Heimatabende mit gemütlichem Beisammensein fanden im Saal Rams-Bruckhaus, im Saal Hackstein und später in der Kulturhalle statt. Von der Theatergruppe des Vereins wurden Heimatspiele in in "platt" von Wilhelm Maas aufgeführt. Die Heimatstücke sollten der Erheiterung dienen und uns wieder einmal mit unserer Grafschafter Mundart vertraut machen, die leider so wenig gepflegt wird.

Der Lieder-, Opern- und Operettenabend am 20.10.1962, unter Mitwirkung von bekannten Sängern der Deutschen Oper am Rhein (Duisburg/Düsseldorf), des Rheinpreußenorchesters und der Neukirchen-Vluyner Männerchöre war eine wohlgelungene kulturelle Veranstaltung, die den Anstoß zur Gründung des Kulturringes Neukirchen-Vluyn gab. Das Gemeinschaftskonzert des Heeres-Musikkorps 7 der Bundeswehr mit den vereinigten Männerchören unserer Gemeinde am 5. 3. 1966 war ebenfalls ein voller Erfolg.

Der Verein hat häufig an die Stadt, an angrenzende Verwaltungen, sowie sonst zuständige Behörden einschließlich der Ministerien und andere Stellen wegen wichtiger Verkehrs- und Straßenprobleme, Fahrplangestaltungen, Hinweisschilder und sonstiger örtlich von Interesse scheinender Dinge geschrieben oder dort vorgesprochen.

Mit Freude und Genugtuung wurde vielfach festgestellt, dass hierauf manche Mängel beseitigt oder gemildert wurden. Jedoch nicht alle Bitten oder Eingaben des Vereins waren immer von Erfolg gekrönt. Bei verschiedenen Herausgebern oder Verlegern haben wir erreicht, dass bei Neuauflagen ihres Kartenmatenals auch unser Ortsname gebracht wurde. Am 15.4.1961 wurden auf Anregung unseres Vereines nach jahrelangen Bemühungen und Verhandlungen mit dem Bundespostministerium die Fernsprechteilnehmer der Gemeinde zu einem Ortsnetz "Neukirchen-Vluyn" zusammengefasst, und wir erhielten ein eigenes Fernsprechortsnetz.

In Eingaben an das Landesstraßenbauamt und die zuständigen Landes- und Bundesministerien haben wir jahrelang in Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung immer wieder auf die Notwendigkeit des Autobahnbaues zur Entlastung der unzumutbar stark frequentierten B 60 im Ortsbereich Neukirchen-Vluyn hingewiesen und um die Einplanung einer Auf- und Ausfahrt in unserem Gebiet gebeten. Auf die Linienführung hatten wir leider keinen Einfluss mehr. Am 18.12.1975 wurde die Autobahn A 2 (E 3) Duisburg-Venlo endlich für den Verkehr freigegeben.

Bei der Ortskernsanierung in Vluyn haben wir lange Zeit um eine für alle annehmbare Lösung gerungen. Dennoch wurde der schöne Ortskern mit den alten für den Niederrhein charakteristischen Häusern abgerissen und mit dem jetzigen modernen "Vluyner Platz" keine überzeugende Lösung gefunden - weder in architektonischer noch in ästhetischer Hinsicht. Unsere rechtzeitig eingereichten detaillierten Gegenvorschläge mit genauer Einzeichnung in vorhandenes Kartenmaterial wurden leider nur zum Teil berücksichtigt. So geht die Idee für die nördliche und südliche Ringbildung um Vluyn auf unsere Anregung zurück. Wir verfolgten mit dieser später verwirklichten Lösung aber ganz andere Ziele. Wir wollten im Gegensatz zur durchgeführten Planung dabei die alte Hauptstraße - jetzt Niederrheinallee - im Ortskern Vluyn zu einem fußläufigen Einkaufszentrum machen und den Verkehr der B 60 dabei über den Nord- und Südring umleiten. Der radikale Abriss des alten Ortskernes südlich der B 60 im Jahre 1968 wäre bei konsequenter Durchführung dieser Vorschläge zu vermeiden gewesen. Dafür war aber wohl leider die Zeit damals
noch nicht reif. Glücklicherweise konnten aber noch wesentlich weitergehende Abrisspläne verhindert werden. Nur unsere schöne alte Schule - ein Werk des bekannten Architekten von Vagedes - fiel am 13.7.1972 trotz intensiver Bemühungen unsererseits und trotz des vom Landeskonservator veranlassten Abrissverbotes des Regierungspräsidenten noch der Spitzhacke zum Opfer.

In der Schule wollten wir ursprünglich unser Heimatmuseum unterbringen. Dieses erhielt später sein Domizil in der Kulturhalle. Die Gemeinde stellte uns dort dankenswerterweise die Räume kostenlos zur Verfügung. So konnten wir am 31.10.1976 unsere Heimatstube eröffnen. Sie erfreut sich seitdem regen Zuspruches. Neben der finanziellen Belastung kostete die Herrichtung der gesammelten und z. T. geliehenen Ausstellungsstücke große Mühe. Alles wurde in sehr viel
ehrenamtlicher Kleinarbeit geschaffen. Genauso war es auch, als die Heimatstube am 19. 2. 1978 um einige Räume erweitert werden konnte. Wir sind stolz darauf, dass wir es als Verein in eigener
Verantwortung und mit eigenen Mitteln sowie Unterstützung des Heimat- und Verkehrsvereins Neukirchen geschafft haben, eine solche Heimatstube einzurichten. Sie können den weiteren
Ausbau kräftig unterstützen, wenn Sie uns alte Akten, Urkunden, Karten und heimatkundlich wichtige Ausstellungsstücke übergeben oder leihweise überlassen (Öffnungszeit: sonntags 11-13 Uhr).

Die durchgeführten Fotowettbewerbe im Jahre 1952 und 1968 waren ein voller Erfolg. Die eingesandten Fotos bildeten den Grundstock für unsere schon ziemlich große Heimatbildkartei. Wir
bitten Sie auch jetzt wieder, dem Verein geeignete Bilder aus älterer Zeit zur Reproduktion zu überlassen.Mit diesem Tätigkeitsbericht haben wir nur einen gedrängten Überblick über unsere Arbeit geben können. Es sei bei dieser Gelegenheit ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Lösung mancher Probleme nur der Aufgeschlossenheit und dem Verständnis der zuständigen Behörden und Verwaltungen,der wertvollen Unterstützung einzelner Werke und Betriebe und vielfach der besonderen Aktivität und Einsatzfreude einzelner Mitglieder zu verdanken ist. Das bisher Erreichte soll uns Ansporn sein, auch in Zukunft zum Wohle der Allgemeinheit zu wirken.

Erstellt von H. G. Kreymann, Schriftführer, für die Feiern anläßlich 50 Jahre Heimat- und

Verkehrsvereins Vluyn in der Festwoche vom 3. bis 12.9.1982. geschichte.doc, 6.04

© Copyright by www.hvv-vluyn.de