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04.05.2017

Presseveröffentlichung in der Rheinischen Post

Heimatverein fordert Erhalt der Bücherei in Vluyn

Der Verein fürchtet ein "schleichendes Ausbluten" des Stadtteilzentrums und Nachteile für Vluyner Kinder und Jugendliche.

Der Heimat- und Verkehrsverein Vluyn hat sich mit einem offenen Brief in die Diskussion um den Erhalt des Bücherei-Standorts Vluyn eingeschaltet. "Wir befürchten, dass die in Vluyn wohnenden Kinder und Jugendlichen zukünftig in ihren Chancen beeinträchtigt werden", heißt es in dem vom HVV-Vorsitzenden Hans Delihsen unterzeichneten Schreiben. "Das Argument der Erreichbarkeit eines verbleibenden Standortes in Neukirchen mit dem Auto trifft für diese Zielgruppe nicht zu und ist auch nicht umweltorientiert. Es bleibt weiterhin ein zentraler Büchereistandort in Vluyn für diese Nutzergruppe und für mobilitätseingeschränkte Mitbürger erforderlich."

Die Stadtbücherei hat bislang zwei Standorte: einen in Neukirchen am Missionshof und einen in Vluyn, am Vluyner Platz. Wie berichtet, gibt es Überlegungen, aus Kostengründen die Bücherei am Vluyner Platz zu schließen. Der Förderverein der Einrichtung hat sich bereits für die Bündelung der Ressourcen an nur einem Standort ausgesprochen.

Bereits am 5. Januar habe sich der Heimat- und Verkehrsverein an die Fraktionen gewandt, "und sowohl die bildungspolitische Bedeutung als auch die Bedeutsamkeit der Bücherei für eine Zentrenfunktion deutlich angesprochen", teilte der HVV nun mit. Und weiter: "Leider haben sich die Fraktionen uns gegenüber nicht eindeutig positioniert; stattdessen finden überfraktionelle Abstimmungsgespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Aus den bisher veröffentlichten Unterlagen der Stadt Neukirchen-Vluyn sind leider auch nicht die politisch gewollten Bildungsziele ersichtlich."

Der HVV befürchtet, dass "Erfolgsfaktoren für Stadtteilzentren einfach ignoriert und einer kurzfristig orientierten Ausgabenpolitik geopfert werden. "Das schleichende Ausbluten eines urbanen Zentrums ist irgendwann nur mit sehr großem finanziellen Aufwand aufzufangen (Beispiel: Integriertes Handlungskonzept für das Dorf Neukirchen: ca. 7,5 Millionen EuroSteuermittel, davon ca. 2,3 Millionen Euro Mittel der Stadt Neukirchen-Vluyn)", so der Heimatverein. Ein durch "auswärtige" Nutzer indizierter wirtschaftliche Nutzen für die Geschäftswelt und die Stadt Neukirchen-Vluyn scheine vollständig negiert zu werden.

Der Heimat- und Verkehrsverein Vluyn fordert Politik und Verwaltung auf, "die immer wieder öffentlich bekundete Bereitschaft zum Dialog mit den Bürgern" zu erfüllen: "Informieren Sie offen über die Überlegungen und Ziele, erfragen Sie die Meinung der Bürger vor einer Entscheidung und setzen Sie dann auch die Meinung der Bürger um."

Quelle: RP